Blumen sind geil

Sag’s durch die Blume – wer sagte das zuletzt ganz im Ernst? Die Sprache der Blumen scheint ein letzter Code zivilisatorischer Unschuld zu sein. Wozu Gefühle auslagern an Pflanzen? Wie unsere Zweifel auslagern an Worte? Blumen sind out, bald werden wir sie wieder brauchen. Sie sind Überreste einer bunten Natur und irritieren durch ihre reproduktive Offenheit. Sie sind Produkte globalisierten Handels und sind überall dort, wo gefeiert, gelobt, verführt und getrauert wird. Welche Blumen eignen sich für die Scheidung? Welchen Kranz wünschen wir uns ans eigene Grab?
Blüten sind schön – und bieder: Explosionen in Zeitlupe, und Schnittblumen wachsen in der Vase weiter. Blumen sind geil, weil sie unsere kulturellen Codes begleiten. Sie übertragen traditionell gemäß der Sprache der Blumen ganz bestimmte Bedeutungen. Im Buch Blumen sind geil kommen literarische Kurztexte zusammen, die weder dogmatisch noch didaktisch sind. Das Buch bringt Blickwinkel aus Soziologie, Botanik und Linguistik durch poetische Verfahren zusammen. Es enthält neben Texten auch eine Bildersammlung aus Fotografien und Grafiken, die einander ergänzen, stören und verzerren. Ein hübsch-unerhörtes Buch.

 

Tine Melzer Innenansicht 1

Tine Melzer Innenansicht 2

Tine Melzer Innenansicht 3